Geschichte der Sparkasse in Niederwürzbach


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           Geschichte der Geschäftsstelle der Kreissparkasse in Niederwürzbach

                                                        

                                                                                              die Geschäftstelle der Kreissparkasse in der Kirkeler Straße heute  

Die Kreissparkasse, genauer gesagt, die Geschäftsstelle der Kreissparkasse, ist seit mehr als 80 Jahren in Niederwürzbach vertreten. Sie steht mit einem umfassenden Finanzangebot - vom Zahlungsverkehr über Geldanlage bis hin zur Vermittlung von Immobilien und Versicherungen - den Bürgern zur Verfügung.

Der Königlich-Bayrische Amtmann Dr. Emil Schlagintweit gründete  am 15. Januar 1885  das damals "Distrikt-Sparkasse Blieskastel" genannte Kreditinstitut. Fast 14 Tage musste der mit der Leitung des Sparkassenbetriebes beauftragte Königliche Steuer- und Gemeindeeinnehmer Karl Otto Witte auf den ersten Sparerkunden warten.  Erster Kunde war auch kein Blieskastler, sondern Wilhelm Hartmann aus Bebelsheim. Für ihn wurde  am 28. Januar 1885  das erste Sparkonto mit einer Ersteinlage von 5 Mark eröffnet. Erhalten geblieben ist der Sparkasse das fünfte Sparbuch. Es wurde am 31. Januar für Sophie Groh aus Niederwürzbach ausgestellt.                                   

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                                                                  altes Sparbuch:   Sophie Groh 31. Januar 1885

Nach anfänglichem Zögern wurde die Sparkasse von der Bevölkerung Blieskastels und des Bliesgaues dann aber gut angenommen. Im Jahr 1885 betrug die Summe der Spareinlagen 36.00 Mark  bei 254 Sparern.  14 Jahre später (1899) waren die Spareinlagen auf  bereits 584.006 Mark bei 1147 Sparern angewachsen.

1920 wurde das Saargebiet vom deutschen Reichsgebiet abgetrennt. Am 26. Februar dieses Jahres übernahm die "Regierungskommission des Saargebietes" im Auftrag des Völkerbundes die Regierungsgewalt. Der französische Franken wurde ab 1. Juli 1920 bei den Franrkeich übereigneten saarländischen Kohlegruben Lohngrundlage. Am 1. Mai 1921 folgten Eisenbahn, Industrie und Handel, Post und die staatlichen und gemeindlichen Einrichtungen. Die Distrikt - Sparkasse erhielt einen neuen Namen. Sie hieß jetzt Bezirkssparkasse Blieskastel.

Zwei Jahre später, ab dem 22. Mai 1923, war der französische Franken dann alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel im Saarland (Saargebiet).

Trotz mancherlei Schwierigkeiten, die die Geschichte und Entwicklung des Saarlandes nach dem 1. Weltkrieg mit sich brachten, konnte die Sparkasse in der Folgezeit eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung verzeichnen. 1927 wurde der Geschäftsbetrieb in einem neu erbauten Gebäude in der Bahnhofsstraße in Blieskastel eröffnet (siehe Bild).  

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                                                                        erstes eigenes Gebäude der Sparkasse in der Bahnhofstraße
                                                          rechts der Blieskastler Bahnhof (wurde im 2. Weltkrieg zerstört).

Im Sommer 1931 brach in Deutschland die Bankkrise aus. Die saarpfälzischen Sparkassen wurden jedoch zum großen Teil von den Folgen verschont. Grund dafür war, dass die Gemeindebank München, die für sie die Geschäfte der Girozentrale durchführte, weitgehend liquid und zahlungsfähig geblieben war. Bei der Bezirkssparkasse Blieskastel ging es auch weiterhin aufwärts. Am Jahresende 1934 gab es 2.874 Sparer. Ihre  Spareinlagen (in Reichsmark umgerechnet) betrugen 2.295.450 RM. Im Jahr 1934 eröffnete auch die Bezirkssparkasse Blieskastel in Niederwürzbach ihre erste Zweigstelle. Sie befand sich im Haus Allgayer in der Bezirksstraße.

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                                                die erste Zweigstelle der Bezirkssparkasse im Haus Allgayer                      

Am 30. Januar 1933 war Hitler Reichskanzler geworden. Bei der Saarabstimmung am 13. Januar 1935  bekannten sich mehr als neunzig Prozent der Saarbevölkerung zu Deutschland. Infolgedessen kam das Saargebiet vollständig zum Deutschen Reich zurück und wurde als Saarland einem Reichskommisar unterstellt. Die Rückgliederung erfolgte am 1. März 1935. Mit ihr war natürlich auch eine Währungsumstellung vom französischen Franken zur deutschen Reichsmark verbunden. Der Umrechnungskurs betrug 1 Franken = 0,1645 Reichsmark.

Zu Beginn des Jahres 1938 führte der Reichskommisar für das Saarland per Verfügung für die einstmals bayerischen Bezirke St. Igbert und Homburg den verwaltungsmäßigen Namen "Kreis" ein. Aus der Bezirkssparkasse Blieskastel wurde nun die Kreissparkasse Blieskastel. 

Am 1. September 1939  brach der Zweite Weltkrieg aus. Und damit begann für die Kreissparkasse eine Zeit wechselvoller Wanderschaft. Die Bevölkerung der Bliesgauorte und auch die von Niederwürzbach (ab 30. August 1939) wurden evakuiert, vorwiegend nach Franken und Thüringen. Die Kreissparkasse verlegte ihren Sitz nach Weimar. Von März 1940 an war die Kreissparkasse Blieskastel in Kaiserslautern für 3 Monate zu Gast bei der Bayerischen Gemeindebank. Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich im Juni 1940 kehrte die Zivilbevölkerung zurück. Am 17. Juli wurde die Hauptgeschäftsstelle der Kreissparkasse Blieskastel wieder geöffnet. Ende 1944 rückten die Kriegsdhandlungen immer näher ans Saarland heran. Die Kreissparkasse Blieskastel wurde deshalb noch einmal verlegt. Dieses Mal nach Edenkoben in der Pfalz. Im März 1945 stießen alliierte Truppen bis ins Saarland vor und besetzten es. Die Sparkasse kehrte wieder nach Blieskastel zurück. Etwa ein halbes Jahr später, am 9. Mai 1945, trat die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht in Kraft. Der Zweite Weltkrieg war zuende.

Im Sommer 1945 lösten die Franzosen die Amerikaner im Saarland ab. Es wurde nun Teil der französischen Besatzungszone. Die noch im Umlauf befindlichen Reichsmarknoten und Rentenmarkscheine verloren bei uns im Saarland ihre Eigenschaft als gesetzliche Zahlungsmittel und wurde im Juni 1947 gegen die Saar-Mark umgetauscht. Schon ein paar Monate später, am 20. November 1947, wurde der französische Franken durch Gesetz der französischen Nationalversammlung zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt und ersetzte damit die Saarmark (1 Saarmark = 20 Französische Franken). Die Umtauschfrist Saarmark in Franken endete am 30. Juni 1948.

Nach der zum Teil turbulenten Geldumstellung Saarmark in Franken normalisierte sich das Sparkassenwesen aber bald wieder. Ende 1950 konnte die Kreissparkasse Blieskastel ein Sparguthaben in Höhe von 244.976.001 Franken bei 10.445 Sparern aufweisen. Und 2 Jahre später (1952) unterhielt fast jeder dritte von den damals 32.062 Einwohnern im Geschäftsbereich der Kreissparkasse ein Spar- bzw. Girokonto.

Das Jahr 1953 brachte eine Neuerung im Geldwesen; es war das Geburtsjahr des Saar-Franken. Die Saarregierung durfte Geldmünzen mit dem gleichen Nennwert wie die französischen Münzen ausgeben.

Die zu Beginn der fünfziger Jahre beginnende Aufwärtsentwicklung im Sparkassenwesen setzte sich fort. In Niederwürzbach reichten die im Hause Allgayer sich befindlichen Räumlichkeiten bald nicht mehr aus. So wurde 19754 mit dem Bau eines eigenen neuzeitlichen Sparkassengebäudes in der Bezirksstraße begonnen. Es konnte bereits ein Jahr später, am 28. Juli 1955 bezogen werden.

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                                              1955 wurde in der Bezirksstraße ein eigenes Sparkassengebäude bezogen   

Im Herbst 1955 begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Saarlandes. In der Volksabstimmung am 23. Oktober 1955 votierten 67,7 Prozent der abstimmenden saarländischen Bürger gegen das 1954 zwischen dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Ministerpräsidenten Pierre Mendès-France ausgehandelte Saarstatut. Dieses Votum wurde als Ausdruck des Willens zu einem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland angesehen. Am 1. Januar 1957 wurde dann das Saarland politisch an die Bundesrepublik Deutschland angeschlossen. Zwei Jahre später, am 6. Juli 1959, erfolgte die wirtschaftliche Eingliederung. Die Währungsumstellung Franken in Deutsche Mark vollzog sich ohne die befürchteten Probleme und Schwierigkeiten.

In der Zeit nach dem Währungswechsel stiegen die Spareinlagen bei der Kreissparkasse äußerst rasch an. Die Ursache hierfür war nicht zuletzt die "Ersparnisgarantie" der Bundesregierung. Sie beinhaltete, dass jeder Sparer, dessen Sparguthaben vom 19. Dezember 1958 bis zum 5. Juli 1959 dauernd bei einem saarländischen Kreditinstitut bestanden hatte, den günstigen Umrechnungskurs 100 französische Franken = 1 Deutsche Mark erhielt. Ende 1959 konnte die Kreissparkasse Blieskastel bereits 3 Millionen Deutsche Mark auf ihren Girokonten und 9.807.508 Deutsche Mark auf den Sparkonten von 12.809 Sparern aufweisen.

Die günstige Entwicklung veranlaßte die Kreissparkasse zu einer Erweiterung und Modernisierung ihrer bisherigen Geschäftsräume. Am 27. März 1965 wurde der moderne Neu- und Erweiterungsbau am Paradeplatz eingeweiht und bezogen, rechtzeitig im Jubiläumsjahr "80 Jahre Kreissparkasse Blieskastel".

Am 1. Januar 1974 fand die Gebiets-und Verwaltungsreform statt, die zur Bildung des Saar-Pfalz-Kreises führte. Die Stadt Blieskastel wuchs dadurch sowohl an Fläche als auch an Einwohnerzahl. Neben vielen anderen Gemeinden wurde auch Niederwürzbach Stadtteil der Stadt Blieskastel. 

In Niederwürzbach waren die Räumlichkeiten der Geschäftsstelle in der Bezirksstraße allmählich zu klein geworden. Die Kreissparkasse beschloss daher einen weiteren Neubau in der Kirkeler Straße. Der wurde 1976 errichtet und bezogen. In Niederwürzbach gab es nun 2 Geschäftsstellen der Kreissparkasse Blieskastel.

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                                                                          die neue Geschäftstelle der Kreissparkasse in der Kirkeler Straße 

Im Jahre 1991 wurden die drei Sparkassen Kreissparkasse Homburg, Kreissparkasse St. Ingbert und Kreissparkasse Blieskastel, die jeweils unter der Trägerschaft des Saar-Pfalz-Kreises standen, zusammengelegt. Durch diese Fusion entstand die Kreissparkasse Saarpfalz mit Sitz in Homburg. Die vorher selbstständige Kreissparkasse Blieskastel heißt nun „Kreissparkasse Saarpfalz, Direktion Blieskastel“.

Um eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Größe zu bekommen, legte man Ende 1995 die beiden Geschäftsstellen zusammen. Um aber den Anforderungen des immer größer werdenden Kundenkreises an Bankdienstleistungen trotzdem gewachsen zu sein, wurde nach der Schließung der Geschäftsstelle in der Bezirksstraße eine Modernisierung der Geschäftsstelle in der Kirkeler Straße notwendig.

Mehr als 600.000 DM wurden in die Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen der Geschäftsstelle in der Kirkeler Straße investiert. Das Gebäude wurde erheblich erweitert und mit einer Gesamtfläche von 180 Quadratmetern vollständig neu eingerichtet. Im vorgelagerten Eingangsbereich entstand ein videoüberwachtes Foyer mit Geldautomat, Kontoauszugdrucker und Briefabholfächer. Im Hauptgebäude standen den Sparkassenkunden nun ein getrennter Kassen-, Service- und Beratungsbereich zur Verfügung. Mit den Umbau und  der Modernisierung ging auch eine personelle Verstärkung einher. Moderne Bankdienstleistungen waren nun auch in Niederwürzbach für alle Sparkassenkunden möglich.

Für die Zukunft steht damit allen Würzbachern ein kompetentes Allfinanz-Institut zur Verfügung. 

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Quellenangaben:

100 Jahre Kreissparkasse Blieskastel

"Kreissparkasse" in Rund um den Weiher  Folge 4  1998

(Quelle der Bilder 1 bis 5    100 Jahre Kreissparkasse Blieskastel)